PRAXISKLINIK NÜRNBERG

ARZT FÜR MUND-, KIEFER-, GESICHTSCHIRURGIE
DR. DR. LARS KISTNER


 

 

Zahnentfernung
Weisheitszähne
Freilegung von verlagerten Zähnen
Transplantation von Zähnen
Wurzelspitzenresektion
Infektionen, Abszesse
Zysten im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich
Hemisektionen
Parodontitis (Parodontose, Parodontalchirurgie)
Zahnimplantate
Knochenverpflanzung zum Aufbau von Kiefern
Knochenersatzmaterialien Kiefer-, und Gesichtsbrüche
Kiefer-, und Gesichtsbrüche
Mund-, und Schleimhauterkrankungen
Tumorchirurgie
Speicheldrüsen
Rekonstruktive Chirurgie
Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten
Kieferorthopädische Chirurgie, Dysgnathiechirurgie
Plastische Operationen, Facelift, Augenlidplastik, Nasenplastik

 

Zahnentfernungen

Zahnentfernungen können sowohl in lokaler Betäubung als auch in Intubationsnarkose durchgeführt werden. Hierbei ist von entscheidender Bedeutung die möglichst schonende Entfernung. Die eigentliche Extraktion bewirkt durch Aufweiten des knöchernen Zahnfaches eine kombinierte Riß-, Dehn-, und Quetschwunde. Dies gilt es so weit wie möglich zu vermeiden. Aus diesem Grunde bemühen wir uns, mehrwurzelige Zähne vorher zu trennen und jeder Wurzel einzeln zu entfernen.

Bei Zähnen im Unterkiefer, insbesondere bei Zustand nach Entzündungen erfolgt eine Drainagestreifeneinlage für ein bis zwei Tage. Eine Tamponade der Wunde wird bei uns nicht durchgeführt, insbesondere deswegen nicht, um eine möglichst rasche Knochenheilung zu ermöglichen. Besonders wichtig ist die schonende Entfernung von Zähnen auch, um das später vorhandene Knochenangebot, z.B. notwendig für Zahnimplantate, nicht zu gefährden.

Weisheitszähne

Die Entfernung von Weisheitszähnen kann aus unterschiedlichen Gründen notwendig werden. Hier ist an erster Stelle mangelndes Platzangebot im Ober-, und Unterkiefer zu nennen. Darüberhinaus Zystenbildung von verlagerten oder retinierten Zähnen sowie mangelnde parodontale Hygienemöglichkeit am letzten Zahn vor dem Weisheitszahn. Auch hier erfolgt ein äußerst schonendes Vorgehen nach Freilegung des Zahnes. Über einen kleine Zugang erfolgt die sofortige Trennung und die Entfernung der Zahnfragmente. Dies gewährleistet eine rasche Wundheilung sowie geringe Schwellung und geringe Schmerzempfindung des Patienten. Im Unterkiefer erfolgt hier eine Drainagestreifen-Einlage für ca. ein bis zwei Tage. Das Nahtmaterial wird in der Regel nach acht Tagen entfernt.

Bei Entfernung von Weisheitszähnen im Oberkiefer kann es zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen. Hier ist insbesondere der Druckaufbau über die Nase zu vermeiden. Auch Tauchen, Fliegen und das Unterdrücken von Niesreizen sollte unterlassen werden.

Gelegentlich kann es vorkommen, daß insbesondere im Unterkiefer, bis der Knochen den Defekt wieder auffüllt, eine Retention von Nahrungsresten stattfindet. Hierbei empfehlen wir unseren Patienten regelmäßige Spülungen um eine rasche Wundheilung zu gewährleisten.

Freilegung von verlagerten Zähnen

In Abstimmung mit Ihrem Kieferorthopäden wird es gelegentlich notwendig, verlagerte Eckzähne oder auch Prämolaren chirurgisch freizulegen, zu lockern und anzuschlingen. Hierunter versteht man die operative Eröffnung des sich noch im Knochen befindlichen Zahnes mit Aufkleben eines kleinen Metallbrackets mit einem Draht. Anschließend wird die Wunde wieder verschlossen. Dies kann entweder durch eine Adaptation der Schleimhaut oder durch Bildung eines Rolllappens (Vorteil hierbei ist eine größere Menge Attached Gingiva) geschehen. Etwas acht bis zehn Tage nach dem Eingriff und nach Entfernung des Nahtmaterials kann dann der Kieferorthopäde durch Zug an den Drähten eine vorsichtige Einstellung des Zahnes in die Zahnreihe vornehmen. Der Eingriff ist sowohl in lokaler Betäubung als auch in Intubationsnarkose möglich. Es empfiehlt sich jedoch bei kleineren Kindern einen Eingriff in Intubationsnarkose durchzuführen.

Transplantation von Zähnen

Zahntransplantationen stellen eine Möglichkeit dar, insbesondere bei frühem Verlust bleibender erster Backenzähne. Hierbei bietet sich an, den Weisheitszahnkeim bei Bildung etwa Zweidrittel seiner Wurzellänge mitsamt seinem Zahnsäckchen zu transplantieren. Dies sollte jedoch ausschließlich bei extrem guter Mundhygiene durchgeführt werden. Ein Teil der transplantierten Zähne wächst leider nicht vollständig ein. Ein anderer Teil verwächst so stark mit dem Knochen, das eine Eigenbeweglichkeit des Zahnes nicht mehr gegeben ist.

Sicherlich sollte vor Zahntransplantation auch die Möglichkeit einer Implantation diskutiert werden.

Wurzelspitzenresektion

Die Wurzelspitzenresektion stellt eine Möglichkeit dar, Zähne, die an ihrer Wurzelspitze eine Entzündung aufweisen, unter Umständen zu erhalten.

Hierbei handelt es sich meistens um wurzelkanalbehandelte Zähne, in welchen noch abgestorbenes Nervengewebe in Form von seitlichen Verästelungen vorhanden ist, welches als Ursache für die Entzündung anzusehen ist. Je mehr Wurzeln ein Zahn hat und je mehr Nervenkanäle pro Wurzel vorhanden sind, desto schlechter ist hierbei die Prognose. Als Faustregel kann gelten, daß die Prognose der Erhaltungsfähigkeit des Zahnes von vorne nach hinten im Zahnbogen abnimmt. Die Wurzelspitzenresektion wird bei uns immer unter mikroskopischer Kontrolle durchgeführt. Auf besonderen Wunsch kann der Eingriff vollständig unter dem Mikroskop ausgeführt werden. Hierbei wird die Wurzelspitze abgetrennt, anschließend mit Methylenblau angefärbt um zu erkennen, inwieweit zusätzliche Verästelungen oder sogar eine Längs-, oder Querfraktur des Zahnes vorliegt. Anschließend wird die Schnittstelle poliert um dann mit Ultraschall von retrograd aufgearbeitet zu werden. Eine Füllung mit Super-Eba (nicht resorbierbarer Zinkoxyd-Eugeno-Zement) verschließt dann den bzw. die Defekte. Eine erneute abschließende Politur erfolgt vor dem Wundverschluß.

Die abschließend durchgeführte Röntgenkontrolle zeigt das Bild nach durchgeführtem Eingriff. Ein Duplikat dieser Aufnahme wird Ihrem Zahnarzt übersandt, so daß dann ein halbes Jahr nach dem Eingriff eine Röntgenkontrolle erneut durchgeführt werden kann und ein Vergleich zwischen beiden Bildern möglich ist. Erst dann raten wir, abhängig vom jeweiligen Befund, zur Überkronung oder Weiterversorgung des Zahnes.

Infektionen, Abszesse

Zähne sind häufig Ursache von Infektionen und Abszessen im Gesichtsbereich. Die meisten dieser Abszesse können durch lokale Maßnahmen sprich: Eröffnen des Abszesses und Drainage evtl. unter antibiotischer Abdeckung behandelt werden. Gelegentlich kann es vorkommen, daß Abszesse ein größeres Ausmaß im Gesicht annehmen. Es kann dann eine Eröffnung von extraoral notwendig werden, gelegentlich auch ein stationärer Eingriff in unserem Beleghaus. Auch die Ursache des Abszesses sollte abhängig von der Symptomatik primär oder sekundär behandelt werden.

Zysten im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich

Verschiedenste Zysten ausgehend von Zähnen oder anderen Ursprungs können sich im         Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich manifestieren. Hierbei stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung. Handelt es sich um kleinere Zysten, genügt die Entfernung der Zyste und Beheben der Ursache mit histologischer Kontrolle und regelmäßigen Röntgenkontrollen postoperativ über die nächsten Monate.

Bei größeren Zysten kann es durchaus notwendig werden, die Selben aufgrund der Größe des Defektes mit Knochen aufzufüllen. Dies geschieht bei uns ausschließlich mit körpereigenem Knochen. Fremdmaterialien wie Knochenersatzmaterialien tierischen, menschlichen oder anorganischen Ursprungs werden bei uns nicht eingesetzt.

Hemisektionen

Als Hemisektion bezeichnet man die Teilung eines zweiwurzeligen Backenzahnes. Ursache hierfür kann die Entzündung der vorderen oder hinteren Wurzel des Zahnes ohne Chance auf Erhaltungsfähigkeit sein. Hierbei gilt es jedoch immer, die Statik des Zahnes zu begutachten. Nach Entfernung der einen Wurzel sollte nach drei Monaten eine erneute Röntgenkontrolle durchgeführt werden. Weist die verbliebene Wurzel dann genug Stabilität auf und ist sie entzündungsfrei, ist eine Überkronung eines solchen Zahnes möglich.

Parodontitis (Parodontose, Parodontalchirurgie)

Als Parodontitis bezeichnet man die Erkrankung des zahnhaltenden Apparates. Die Erkrankung verläuft meistens schmerzfrei, kann aber, abhängig von ihrer Ausprägung, alle Altersklassen betreffen.

Kennzeichnend ist meist leicht blutendes Zahnfleisch, jedoch ohne Schmerzsymptomatik. Aufgrund der permanent bestehenden Entzündung kommt es langsam zur Bildung von Zahnfleischtaschen mit Abbau des darunterliegenden Knochens. Die Endsituation besteht dann in einer vollständigen Lockerung des Zahnes.

Dem kann vorgebeugt werden durch Parodontalhygiene. Hierüber berät Sie Ihr Zahnarzt. Gelegentlich kann es auch notwendig werden, um eine pflegbare Situation zu erreichen, das Taschen beseitigt werden müssen. Hierzu stehen eine Reihe parodontal-chirurgischer Maßnahmen zur Verfügung.

Zahnimplantate

Sprechen, Essen und Lachen soll mit künstlichen Zähnen möglichst genauso gut funktionieren wie mit dem eigenen Gebiß. Dieser verständliche Wunsch läßt sich jedoch nicht in allen Fällen mit einem herkömmlichen Zahnersatz erfüllen.

Die Alternative heißt Zahnimplantate. Mehr als 100.000 dieser „künstlichen Zahnwurzeln“ pflanzen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen pro Jahr ein. In einem zweiten späteren Arbeitsgang befestigt der Zahnarzt auf den Implantaten dann die künstlichen Zähne. Aus diesem Grunde ist die Implantation häufig ein Fall für zwei: Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg und Zahnarzt arbeiten hierbei eng zusammen.

Möglich ist eine Implantation bereits dann, wenn nur ein einzelner Zahn fehlt und wenn anatomische und medizinische Voraussetzungen diesen Eingriff zulassen. Die künstlichen Zahnwurzeln haben einen ganz besonderen Vorteil. Sie verhindern, das sich der Kieferknochen aufgrund ungenügender Belastung weiter zurückbildet – eine langfristige Folge von Zahnverlust. Wenn mehrere oder sogar alle Zähne fehlen, können Brücken oder Zahnprothesen mit Hilfe von Implantaten dauerhaft im Kiefer verankert werden. Ihr Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg/ in ist für derartige Eingriffe speziell ausgebildet. Dazu gehören nicht nur die eigentliche Implantation, sondern auch entsprechende Voruntersuchungen der Mundhöhle und Röntgenaufnahmen.

Die Implantate bestehen aus dem biologisch verträglichen Metall Titan. Bei einem operativen Eingriff werden sie in den Kieferknochen eingesetzt. Dort heilen sie ein und werden praktisch zum Bestandteil des Knochens. Nach der Einheilungsphase von üblicherweise 3- 6 Monaten, welche mit einem Provisorium überbrückt wird, dienen die Implantate als Pfeiler für den eigentlichen Zahnersatz. Der Zahnarzt verschraubt oder zementiert künstliche Zähne auf den Titanwurzeln.

Sind große Lücken zu füllen, werden die künstlichen Zähne durch besondere Stegvorrichtungen oder Teleskoppfeiler im Mund gehalten. Hat sich der Kieferknochen bereits soweit zurückgebildet, dass eine Implantation im ortsständigen Knochen nicht mehr möglich ist, kann der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg diesen Verlust durch Transplantation körpereigener Knochensubstanz ausgleichen. Hierbei stehen als Entnahmestellen das Kinn aber auch Teile des zurückliegenden Unter- und Oberkiefers sowie bei größeren Kieferknochendefekten des vorderen und hinteren Beckens zur Verfügung.

In der Implantologie gibt es eine Reihe von angebotenen Implantatsystemen. Welches System das richtige ist, entscheiden Arzt, Zahnarzt und Patient nach einer eingehenden Beratung und Voruntersuchung. Für den Preis der Behandlung entscheidend ist nicht nur das System, sondern auch die Anzahl der Implantate. Darüber orientiert sie der Kostenvoranschlag. Hinzu kommen die Kosten für den Zahnersatz (Krone, Brücke oder Prothese), die Ihnen Ihr Zahnarzt nennt.

Ein besonderes Gewicht fällt der Zahnhygiene bzw. Implantathygiene zu. Hierbei sind besonders in den ersten Jahren engmaschige Kontrollen alle sechs bis zwölf Wochen notwendig, um einer beginnenden Infektion rechtzeitig entgegenwirken zu können (Quelle: Bundesverband Deutscher Ärzte für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie e.V., Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie e. V.).

Knochenverpflanzung zum Aufbau von Kiefern

Nach Zahnverlusten kommt es häufig zum knöchernen Abbau des Ober-, und Unterkiefers sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Eine Möglichkeit der Therapie besteht in einer absoluten Erhöhung des Kieferknochens.

Hierzu verwenden wir ausschließlich körpereigenen Knochen. Bei kleineren Aufbausituationen ist es möglich, Knochen aus dem Kinnbereich durch einen Schnitt im Mund oder von den hinteren Bereichen zu entnehmen.

Größere Mengen an Knochen kann man vom vorderen und hinteren Becken gewinnen. Dies wird insbesondere dann notwendig, wenn komplette Ober-, und / oder Unterkiefer aufzubauen sind. Der verpflanzte Knochen sollte dann zwischen drei und fünf Monaten, abhängig vom Lebensalter des Patienten einheilen, bevor dann nach genauer Aufstellung und Zuhilfenahme einer Schablone eine Implantation durchgeführt werden kann.

Eine Implantation wird notwendig, um den Knochen anschließend wieder funktionell zu belasten. Ohne Implantation würde der Knochen sich in geraumer Zeit wieder abbauen. Alle Therapieformen im Zusammenhang mit Kieferknochenaufbau und späterer Implantation sind Wahlleistungen. Auch die Beratung über einen solchen Eingriff wird von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

Knochenersatzmaterialien

Es werden eine Vielzahl von Knochenersatzmaterialien von verschiedensten Herstellern angeboten. Die Ersatzmaterialien sind häufig tierischen, menschlichen oder künstlichen Ursprungs.

Häufig ist es für den Behandler nicht nachzuvollziehen wie die Ersatzmaterialien gewonnen wurden und wie sicher sie in Bezug auf bekannte und unbekannte Krankheitserreger sind (Jakob-Kreutzfeld-Krankheit, Immundefizit-Syndrome, Vibrionenübertragung). Mit keinem derzeit bekannten Knochenersatzmaterial liegen Erfahrungen über 10 – 15 Jahre vor. Auch gibt es nach unserem Kenntnisstand kein Knochenersatzmaterial das allein für sich, ohne die Vermengung mit körpereigenem Knochen eine vollständige knöcherne Durchbauung im atrophierten Kiefer schaffen würde.

Aus den genannten Gründen wird bei uns ausschließlich körpereigener Knochen entnommen und transplantiert.

Kiefer-, und Gesichtsbrüche

Einfachere Unter-, oder Oberkieferfrakturen werden bei uns ambulant in Vollnarkose osteosynthetisch versorgt. D.h. mit Platten und Schrauben wird nach vorheriger Überprüfung und Festlegung der Bißsituation der Knochen fixiert. Die meisten dieser Platten und Schrauben sollten sechs bis acht Monate nach dem Eingriff wieder entfernt werden.

Komplexere Gesichtsbrüche, die auch den Schädel mit betreffen, werden stationär im St. Theresienkrankenhaus Nürnberg durch unsere Praxis versorgt.

Mund-, und Schleimhauterkrankungen

Hierbei arbeiten wir in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Dermatologen und / oder Hausarzt. Zahlreiche Krankheiten zeigen sich durch Veränderungen an den Schleimhäuten oder an der Haut im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich.

Häufig kann es hierbei notwendig werden, eine Probeentnahme durchzuführen und diese vom Pathologen näher bestimmen zu lassen um eine endgültige Diagnose zu erhalten. Auch hierbei ist die enge Nachsorge in regelmäßigen Abständen zur Prophylaxe häufig notwendig.

Tumorchirurgie

Bösartige Neubildungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich sind leider ein relativ häufiges Ereignis. Hierbei arbeiten wir eng zusammen mit anderen Fachdisziplinen. Nach sorgfältiger Vordiagnostik, d.h. vollständigem Screening, MR, CT, Ultraschall, Laborwertbestimmung, Knochenszintigrafie, evtl. Bronchoskopie erfolgt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Strahlenmedizinern, um festzulegen inwieweit eine kombinierte Radio-Chemotherapie vor oder nach einer chirurgischen Intervention anzuwenden ist. Die möglichst rasche Rekonstruktion größerer Defekte im Gesichtsbereich sind, um die soziale Integration des Patienten so schnell wie möglich wieder zu erlangen, als auch um schonender operieren zu können, anzustreben.

Dennoch kann es auch im Einzelfall notwendig werden, erst zu späteren Zeitpunkten eine funktionelle und ästhetische Rehabilitation durchzuführen. Besonderem Gewicht kommen hierbei regelmäßige Tumornachsorgetermine zu. Dies auch in regelmäßigen Abständen mit Ultraschalluntersuchungen, Röntgenthorax und röntgenologischer Untersuchung im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich.

Abhängig vom Ausgangsbefund ist eine fünfjährige Nachkontrolle obligat.

Speicheldrüsen

Entzündungen von Speicheldrüsen, auch im Halsbereich, durch Steine oder ideophatische Entzündungen werden in unserem Fachbereich besonders schonend operiert. So weit es möglich ist, wird dies von intraoral durchgeführt. Für die größeren Speicheldrüsen, respektive Glandula parotis und gelegentlich auch die Glandula submandibularis ist ein operatives Vorgehen vom Hals bzw. von präaurikulär unumgänglich.

Rekonstruktive Chirurgie

Zur Rekonstruktionen nach Tumoroperationen, Verkehrsunfällen und Schußverletzungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich stehen heute eine Menge verschiedenster Verfahren zur Verfügung. Dies reicht von örtlichen Hautverschiebelappen bis hin zu Transplantaten vom Bein, vom Becken, vom Schulterblatt, vom Unter-, und Oberarm zur Rekonstruktion größerer knöcherner und auch das Weichgewebe betreffender Defekte. Schonende mikrovaskuläre wie auch mikroskopische Operationsverfahren kommen hier zum Einsatz.

Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten

Das Auftreten einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte bei einem Neugeborenem erfordert immer ein interdisziplinäres Zusammenarbeiten. Hier findet in enger Abstimmung mit der Kieferorthopädie, der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, der Logopädie und dem Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg ein genau festgelegtes Therapiekonzept Anwendung. Nach der Geburt wird vom Kieferorthopäden eine kleine Trinkplatte für den Säugling angefertigt um, sollte eine vollständige Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte vorhanden sein, das Ausfließen von Nahrung aus der Nase zu vermeiden und dem Säugling die Möglichkeit zum Schlucken und Trinken zu geben.

Mit etwa sechs bis sieben Monaten verschließen wir dann die Lippenspalte. Abhängig von der Größe des Defektes erfolgt der Verschluß des harten Gaumens mit 10 – 12 Monaten, der Verschluß des weichen Gaumens mit 14 – 16 Monaten. Gelegentlich kommen auch simultane Verschlüsse von harten und weichen Gaumen zur Anwendung, dies dann in der Regel mit 12 – 13 Monaten. Anschließend erfolgt die weitere kieferorthopädische und logopädische Überwachung des Patienten. In besonders seltenen Fällen kann eine sog. sprachverbessernde Operation nach vor Einschulung notwendig werden. Die sehen wir derzeit aber äußerst zurückhaltend. Weitere Eingriffe schließen sich mit 10 – 12 Jahren in Form der sekundären Osteoplastik, d.h. der Auffüllung des Kieferspaltendefektes, um die Eckzähne einstellen zu können, mit körpereigenem Knochen an. Weitere Korrekturen von Nase sollten dann nach Auswachsen des Kindes mit ca. 15 – 16 Jahren durchgeführt werden. Durch die Narbenbildung kann es zu zurückbleibenden Wachstum, insbesondere des Mittelgesichtes kommen. Spätere skelettverlagernde Operationen werden dann zwischen 16 und 20 Jahren durchgeführt.

Kieferorthopädische Chirurgie, Dysgnathiechirurgie

Eine Reihe Patienten leidet unter Entwicklungsstörungen des Ober-, und Unterkiefers. Häufig wird dies zuerst durch den behandelnden Zahnarzt bemerkt, der diese Patienten dann beim Kieferorthopäden vorstellt. Abhängig auf welcher Ebene des Systems der Defekt vorherrscht, kommt es dann häufig zu einer kombinierten kieferorthopädisch / kieferchirurgischen Zusammenarbeit. Hier kann durch kleine Schnittführungen im Mund ein Unterkiefer getrennt und nach vorne und hinten bzw. nach oben und unten versetzt werden. Analoges gilt für den Oberkiefer. Hierbei legen wir besonderen Wert auf Vorfixation der Gelenke sowie Herstellung von sog. Einstellungshilfen (Splint) für die einzelnen Operationsschritte. Das intraoperativ eingebrachte Osteosynthesematerial (Platten und Schrauben) empfehlen wir, nach ca. sechs bis acht Monaten wieder zu entfernen. Besonders kleine Osteosynthesplatten (ein Millimeter) können u. U. nach Wunsch des Patienten belassen werden. Notwendig bei solchen Eingriffen ist häufig eine längere kieferorthopädische Vorbehandlung, die auch nach Operationsabschluß durch eine kieferorthopädische Nachbehandlung und Feinregulation unterstützt werden muß. Die Beratung über einen notwendigen chirurgischen Eingriff sollte jedoch vor Beginn der Kieferorthopädie erfolgen. Komplikationen, Veränderungen des Gesichtes sollten im Vorfeld einer Behandlung besprochen werden.

Plastische Operationen, Facelift, Augenlidplastik, Nasenplastik

Verschiedenste plastische Operationen werden häufig im alternden Gesicht auf Wunsch mancher Patienten notwendig.

Das Gesicht und dessen Mimik ist der persönliche Ausdruck eines jeden Menschen. Das menschliche Antlitz ist, wie auch alle anderen Bereiche des Körpers, einem natürlichen Alterungsprozess unterlegen. Da insbesondere die Gesichtshaut Stress und Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, ist eine Erschlaffung und Faltenbildung in diesem Bereich trotz der Verwendung eines übergroßen Angebotes an verschiedensten Pflegemitteln häufig unübersehbar. Dies kann unter Umständen zu ungenügendem Wohlbefinden, allgemeiner Unsicherheit bis zu verminderter Leistungsfähigkeit bei Mann und Frau führen.

Ein entsprechender chirurgischer Eingriff kann die äußerlichen Merkmale des Alterns effektiv und auch länger anhaltend verbessern.

Allerdings sollte ein Patient, der einen derartigen kosmetisch verbessernden Eingriff an sich selbst wünscht, seiner Motive bewußt sein und diese auch mit dem behandelnden Arzt besprechen können.

Der Patient sollte sich nicht durch Dritte ( Partner) bedrängt fühlen oder dies nur aus gesellschaftlichen Zwängen heraus forcieren.

Dem Patienten sollte weiterhin klar verständlich sein, dass ästhetische Operationen wesentliche Verbesserungen zum Ziel haben und dass Endergebnis keine Perfektion darstellen kann.

Entscheidet sich der Patient zu einer kosmetischen Operation im Gesichtsbereich, ist zu berücksichtigen, dass es mit der Operation selbst allein nicht getan ist. Eine mehr oder weniger aufwendige Nachbehandlung ist je nach operativem Eingriff notwendig. Das Gesicht wird unmittelbar nach der Operation in dem jeweiligen Bereich natürlicherweise anschwellen, so dass der Patient zunächst nicht  "gesellschaftsfähig" ist.

Über mögliche Komplikationen wird in unserer Praxisklinik ausführlich gesprochen, so dass jeder Patient für sich selbst genau abwägen kann, ein jeweiliges Risiko für eine Operation einzugehen oder nicht.

In unserer Praxisklinik werden folgende Operationen zur Verbesserung des äußerlichen Erscheinungsbildes im Gesicht erfolgreich durchgeführt:

-    Straffung des Halses bei Faltenbildung (Halslifting)

-    Entfernung des Doppelkinns (Liposuction)

-    Straffung der Augenbrauen oder der Augenlider ( Blepharoplastik)

-    Straffung der Stirn mit Beseitigung der "Zornesfalte" (Stirnlifting)

-    Korrekturoperation der Nase (Rhinoplastik)

-    konturveränderne Massnahme des Kinns (Kinnplastik, z.B. bei
 fliehendem Kinn) ohne äußerlich erkennbare Narben,

-    Korrekturoperation der Ohren (Otoplastik)

-    Straffung des gesamten Gesichtes (Facelifting).